Landesmeisterschaft‘ in Kiel – Da lief nicht viel

Veröffentlicht am 26. Januar 2013 von Fabian

Landesmeisterschaften der Damen und Herren am 19./20.1.13 in Kiel

Noch früh im neuen Jahr 2013 machten sich vier Steinburger Teilnehmer auf in Richtung Kiel, um bei den Landesmeisterschaften der Damen und Herren in Kiel ein mehr oder weniger gewichtiges Wörtchen mit zu reden.

Jörg Hubrich vom SC Itzehoe und die drei WSGer Jeanine Liebold, Isabelle Laskowsky und Jan Cyrullies vertraten die Steinburger Farben nach besten Kräften.

Gestartet wurde am Samstagvormittag mit den Doppelkonkurrenzen. Isabelle traf mit Ihrer Partnerin Lula Kist vom SC Friedrichsort gleich zu Beginn auf Selja Fazlic und Karina Zieba vom TSV Schwarzenbek . Eine schwierige Auslosung, die es auch bei den Jugendlandesmeisterschaften hätte geben können.  Doch mit sicherem Spiel gelang es Isabelle und Lula überraschend deutlich die Paarung mit 3:0 für sich zu entscheiden. Die nächsten Gegner sollten dann Lena Meiß und Berit Zuna sein.

Jeanine hatte mit Ihrer Partnerin Josephine Polomski die Favoritenrolle in der Begegnung gegen Buchholz/Wahren aus Flensburg sicher. Vielleicht war die Bürde für die beiden frisch gekürten Doppellandesmeisterinnen der Mädchen zu Beginn etwas schwer, aber letztendlich reichte es doch zu einem sicheren 3:1-Erfolg. In der nächsten Runde warteten dann Finja Wieckhorst (TTC Seeth-Ekholt) und Vivien Schütt (TSV Ellerbek) auf die beiden „J´s“. Die beiden „profitierten“ von dem verletzungsbedingten Nicht-Antreten Larissa Schmidts in der ersten Runde.

Bei den Herren hatte Jörg Hubrich mit seinem zugelosten Partner Nasner aus Oldesloe eine schwere Aufgabe zu lösen. Mit Felix Schümann und Christian Witter wartete ein „echtes Schwergewicht“ auf die beiden.  Leider stand nach vier Sätzen nur ein Satzgewinn für Jörg und Partner zu Buche.

Ähnlich schwierig war die Aufgabe für Jan im Doppel zusammen mit Tobias Wesner (TTC Seeth-Ekholt). Gegen die an Nummer 3 gesetzte eingespielte Regionalligapaarung vom TSV Bargteheide mit Florian Keck und Clemens Velling war die Favoritenrolle klar vergeben. Es kam allerdings anders, aber leider nur ein wenig. Lange Zeit gab es einen sehr guten Spieler (Tobias), einen guten (Clemens) und zwei relativ enttäuschende Spieler (Florian und Jan) am Tisch. Dies führte Tobias und Jan im vierten Satz zu 5 Matchbällen, die leider alle (teilweise wenig überzeugend durch Jan) vergeben wurden. Im 5. Satz war dann nicht mehr viel zu holen und die Steinburger Herren konnten sich auf die Einzel konzentrieren.

In den Gruppenspielen erreichte Isabelle die Kunde, dass der „Gruppenkopf“ Larissa Schmidt aus der Regionalligamannschaft des TSV Schwarzenbek aus Verletzungsgründen nicht antreten konnte. So standen für „Isi“ nur zwei Einzel am Samstag auf dem Programm. Gegen „Lieblingsgegnerin“ Shawna Wahren (TSB Flensburg – Verbandsliga) gab es ein deutliches 3:0, leider vergab unsere Linkshänderin gegen Christiane Semmelhack (FTSV Elmshorn – Oberliga) nach 2:0 Satzführung „nur“ ein 2:3. Ein möglicher Gruppensieg war damit vergeben, aber die Qualifikation für die K.O.-Runde geschafft.

Die Qualifikation gelang Jeanine auch – allerdings mit dem Gruppensieg. Gegen Jasmin Buchholz (TSB Flensburg) und Schülerin Juliane Kiehn (TSV Schwarzenbek) gab sie ungefährdet nicht einen Satz ab, bevor es gegen Ihre Doppelpartnerin „Josie“ Polomski zum Duell um den Gruppensieg gab. In diesem Spiel zog Jeanine alle Register und zeigte sich ungewöhnlich lauf- und einsatzfreudig. Diese Freude musste sie, bei einem Versuch noch einen Netzroller zu erreichen, fast mit einer Knieverletzung bezahlen. Nach kurzer Verletzungspause gelang dann aber ein nicht unverdienter 3:1-Erfolg.

Und die Herren? Hier waren die Ausgangspositionen unterschiedlich verteilt. Jörg hatte mit Christian Witter (FT Eiche Kiel – Oberliga) und Niklas Holz (TSV Schwarzenbek – Verbandsliga) und Schüler Constantin Velling (TSV Bargteheide – Verbandsliga) eine außergewöhnlich schwere Gruppe erwischt. Im ersten Spiel startete Jörg furios und führte schnell 2:0 gegen Holz, ehe sich dieser dann auf Jörgs Spiel einstellte und 3:2 gewann. Im Spiel gegen Witter agierte Jörg noch besser und taktisch versiert. Auch nach einem 0:2-Satzrückstand kam Jörg mit großem Kämpferherz noch einmal zurück in den 5. Satz, in dem Christian dann aber mit Glück und Geschick dominierte. Im letzten Spiel sorgte Jörg dann dafür, dass er alle Velling-Brüder einmal bezwungen hat. Wer kann dies schon von sich sagen? Ein 3:1 zum Schluss zeugte von großer Moral.

In Jans Gruppe mit Marc-Felix Nasner (VfL Oldesloe), Patrick Backhaus (SV Friedrichsort – Landesliga) und Moritz Spreckelsen (TSV Schwarzenbek – Verbandsliga) war ein Einzug in die Hauptrunde für den WSGer gut machbar. Doch schon im ersten Spiel offenbarte Jan Schwächen. Hatte die Nummer 1 der Herrenmannschaft seinen Gegner Nasner beim Hebbelturnier noch nach Belieben dominiert, so krampfte er sich zu einem 3:2 nach 2:0-Satzführung. Die Leistung blieb fragwürdig und nach mehr Licht als Schatten verlor Jan etwas unerwartet gegen Patrick Backhaus „zu 9“ im 5. Satz ohne wirklich zu überzeugen.  Dies änderte sich im letzten Spiel gegen Moritz Spreckelsen. Mit dem Rücken zur Wand zeigte Jan in diesem Spiel seine beste Turnierleistung (war auch nicht wirklich schwer). Letztendlich unterlag er nach 2:0-Satzführung aber noch „zu 10“ im 5. Satz. Was bleibt ist die Enttäuschung, sowohl im Einzel als auch im Doppel dieses Mal wirklich alle „big points“ ausgelassen zu haben.

 

So starteten nur noch die jungen Damen der WSG am zweiten Tag der Landesmeisterschaften.

Dieser begann mit den Doppeln. Jeanine und Josephine spielten gegen Finja Wieckhorst und Vivian Schütt. Das Spiel war unspektakulär,  genau wie das Ergebnis. Ein klares 3:0 für die favorisierten Mädchen, welches den Halbfinaleinzug und einen Podiumsplatz sicherte.

Lula und Isabelle trafen gleichzeitig auf eines der gesetzten Doppel:  Meiß/Zuna. Von Beginn an überzeugten Lena und Berit mit sicheren Topspins und platzierten Rückschlägen. Diesem routinierten Spiel konnten Lula und „Isi“ leider nichts entgegensetzen und zogen schließlich mit einem deutlichen 0:3 den Kürzeren.  Somit stand für die beiden Mädchen „nur“ noch die Einzelkonkurrenz offen.

Bei Jeanine’s Einzel kann man von der Leistung her fast von einem Totalausfall sprechen. Obwohl sie ihre Gegnerin Lena Mollwitz noch bei den LM Mädchen mit 4:2 geschlagen hatte, lautete das Ergebnis dieses Mal 0:4 und damit das Aus im Achtelfinale. Es war dabei eindeutig mehr drin, aber es fehlte Konzentration, Engagement und so spiegelt das Ergebnis leider auch die Gesamtleistung wieder. Also konnte sich jetzt auf das Doppel konzentriert werden.

Wie ihre Mannschaftskollegin Jeanine,  trat auch „Isi“ zum Achtelfinale an. Dort kam es zu einem Duell mit der jungen Regionalligaspielerin Sejla Fazlic. Nun sollte es zu einer aufregenden Berg-und Talfahrt kommen. Der erste Satz begann, um es kurz und knapp zu formulieren, ziemlich gut und konnte mit einem 11:8 abgeschlossen werden. In den drei darauffolgenden Sätzen kam die Schwarzenbekerin jedoch richtig in Fahrt und sicherte sich die 3:1 Führung. Ein Rückgang der Motivation war jedoch noch nicht zu erkennen und somit gelang es „Isi“ den fünften Satz für sich zu entscheiden. Im sechsten Satz konnte sie leider ihre guten Leistungen des vorherigen Satzes nicht wiederholen und musste ihrer Gegnerin zu einem 4:2 Sieg gratulieren. Insgesamt zeigte sich die Oberligaspielerin mit diesem Ergebnis sehr zufrieden und konnte nun entspannt den Doppeln von Jeanine und „Josie“ folgen.

Die Halbfinalgegner von Jeanine und „Josie“ hießen  etwas überraschend Dibbern/Westendorff. Das ungesetzte Doppel konnte sich vorher jeweils mit 3:0 gegen Mollwitz/ Fazlic, A. und Reble/Wirlmann durchsetzen und durfte daher nicht unterschätzt werden. Schon beim Einspielen wurde es Josephine und Jeanine klar, warum die beiden es ebenfalls ins Halbfinale geschafft hatten, denn sie hatten Spaß am Tischtennis und das war deutlich zu sehen. Auch wenn es um den Finaleinzug ging, waren beide Doppel schon glücklich, dass sie das Halbfinale erreicht hatten, was eine gewisse Leichtigkeit hervorrief. Doch im 1. Satz zeigte sich bereits, dass Jeanine und Josephine nichts anbrennen lassen wollten und sie sicherten sich diesen mit 11:4. Auch der 2. Satz ging klar an das „J-Doppel“. Allerdings wurde es dann eng und plötzlich stand es im dritten Satz 7:10. Durch eine kurze Taktikänderung (auf die Schupfvariante :D) ging dann auch dieser Satz mit 12:10 an die Mädchen und das Finale stand bevor.

Dort wartete das an eins gesetzte Doppel aus der 2. Bundesliga Aida Astani-Matthies/Bianca Dahlke und die „J‘s“ mussten sich erstmals mit der „Underdog-Rolle“ anfreunden. Das Damen-Doppel-Finale lief zur gleichen Zeit wie das Herren-Einzel-Finale, in dem am Ende Harmut Lohse als Sieger gegen Ole Markscheffel hervorging. Die Zuschauer konzentrierten sich daher überwiegend auf die Herrenbegegnung, denn bei den Damen war eigentlich klar, dass die Favoriten, Astani-Matthies/Dahlke, Jeanine und Josephine klar mit 3:0 von der Patte schießen, denn genau das hatten sie mit ihren vorherigen Gegner (u.a. Meiß/Zuna) auch gemacht. Als sich dann die „J’s“ aber im ersten Satz mit 12:10 durchsetzen konnten begann das Doppelfinale der Damen plötzlich an Reiz zu gewinnen. Im zweiten Satz wurde der Anfang verschlafen und es stand 2:9. Diesen Rückstand konnten die Jeanine und „Josie“ zwar noch auf 7:9 verkürzen, allerdings reichte es am Ende nicht für den wiederholten Satzgewinn. Der dritte Satz ging deutlich an die Favoriten aus der 2. Bundesliga. Im vierten Satz dominierten dann die „J’s“ das Spiel, gewannen diesen deutlich mit 11:4 und der entscheidende 5. Satz stand bevor und dieser hatte es in sich. Hart kämpften beide Doppel um den Sieg und dann stand es, kurz vor dem Ende des Satzes, 9:9. Ein langer Ballwechsel mit vielen Topspins führte dann zum 9:10 aus Kellinghusener Sicht. Daraufhin spielte Aida Astani-Matthies noch einen guten Aufschlag, den die „J’s“ leider nur durchschnittlich returnieren konnten und Bianca Dahlke machte den entscheidenden Punkt zum 11:9.

Allerdings gab es kaum Enttäuschung bei den „J’s“, denn vor allem die Schiedsrichter waren überrascht, wie gut Jeanine und Josephine gegenhalten konnten und so freuten sie sich auf die Siegerehrung. Dort gab es für den 1. Platz eine Flasche Wein und für die „J’s“ – Männershampoo/Männerparfum mit Fußballaufdruck – und natürlich eine Urkunde. Wie eine solche Prämierung zustande kam war auch klar, denn nur Männer waren bei der Siegerehrung -als Verantwortliche- vertreten.

Zusammenfassend hätte das Wochenende an der einen oder anderen Stelle für die Steinburger Athleten vielleicht ein wenig erfolgreicher ablaufen können (, obwohl der herausragende 2. Platz von Jeanine und „Josie“ definitiv von der Überschrift dieses Berichtes abweicht J) , aber man kann ja nicht immer alles haben und Männershampoo gewinnt man als junge Dame nun auch nicht alle Tage.

 

Isabelle, Jeanine und Jan

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