Kategorisiert | 1. Herren, Saison 2012/2013

Turbo-Match, Glückskäfer, Schleudersitz und Kalt- wasserdusche

Veröffentlicht am 26. Januar 2013 von Fabian

Nach dem deutlichen 9:3 im vorgezogenen Hinrundenauftakt ging es eine Woche später erneut nach Elmshorn. Diesmal mußten wir bei den Sternen antreten, gegen die wir nie wirklich gut gespielt hatten, was aber immerhin regelmäßig zu langen und ausgiebigen Duellen geführt hatte. Zuletzt in der Hinrunde beim 8:8 in eigener Halle.

Beide Teams traten in Stammaufstellung an, was man wohl von den elmshorner Doppeln nicht behaupten konnte. Jedenfalls führte das Verlesen der Mannschaftsaufstellungen zu einigen Irritationen – obs am fremden Spielblock lag?

Bevor Jan und ich überhaupt dazu kamen mit dem Doppel zu beginnen, waren Lorenz und Niklas bereits im fünften Satz – und das nach ca. 90 Sekunden Spielzeit!!!! Was war da los? Frank schien nicht wirklich Bock auf zählen zu haben und klappte mit jedem gewonnen Punkt gleich die Satzanzeige um, um schneller durch zu sein! Spielverderber Achim machte Frank allerdings schon beim 2:2 darauf aufmerksam, dabei hatten sich alle anderen in der Halle doch schon auf den Moment gefreut, in dem ein Doppel den vierten Punkt für sich entscheidet, was Frank vermutlich vor ernsthafte Probleme gestellt hätte. Naja, nachdem das geklärt war, konnten Jan und ich dann auch endlich anfangen und Nikl und Lorenz befanden sich nach einer kleinen Zeitreise auch wieder zurück im ersten Satz! Für Jan und mich gehörte das Spiel eindeutig zu unterhaltsamsten Eingangsdoppeln, da Stefan und Sven aus der sicheren Abwehr heraus für lange und ansehnliche Ballwechsel sorgten. Jan und ich waren für ein EIngangsdoppel aber ungewohnt sicher und konnte den ersten Punkt in drei Sätzen einfahren. Lorenz und Niklas konnten nur phasenweise an die starken Leistungen aus dem Hinspiel gegen Achim und Thomas anknüpfen und unterlagen knapp mit 1:3. Unser „Noch-Doppel 3“ mit Ambitionen auf Doppel 1 kriegte im ersten Satz gegen Jörg und Heiko noch nicht wirklich was auf die Kette, nahm danach aber die Hinweise von Coach „J“ gut auf und sorgte für eine sichere Führung für die WSG.

Lorenz hatte nebenan mit Thomas ziemlich zu kämpfen, weil er vier Sätze lang ein Rückschlagproblem nicht abstellen konnte und das erfolgreiche taktische System zu selten durchhalten konnte. Jan hatte gegen Stefan dann wenig Probleme und glich für das obere Paarkreuz wieder aus. Im Anschluss tat sich unser Trainigsweltmeister Niklas dann gegen Achim ziemlich schwer und mußte nach drei oder vier Sätzen gratulieren (da ich parallel gespielt habe, konnte ich leider nicht jeden Ballwechsel verfolgen). Apropos mein Spiel: das war auch nicht grade von einer guten Leistung meinerseits geprägt, was prompt zu einem verlorenen ersten Satz gegen Heiko führte. Zugegeben, nach 4 Netz- oder Kantenbällen ab 7:7 hatte ich auch keine faire Chance mehr, aber das sollte sich im Laufe des Spiels noch deutlich umkehren. Wirklich besser spielte ich zwar nicht, aber zumindest erfolgreicher. Dazu kam in jeder aussichtslosen Situation ein Netz- oder Kantenball, was dazu führte, dass es sogar aus Heiko herausbrach und er mich als Glückskäfer „beschimpfte“. Am Ende dann 3:1 für mich und der Ausgleich auch im zweiten Paarkreuz. Die Führung aus den Doppeln zog sich also weiter durch und es schien sich ein langer Abend zu werden. Unser unteres Paarkreuz ließ dann aber nichts anbrennen, auch wenn es bei Frank 1,5 Sätze lang nicht so aussah. Im ersten ging so gar nichts und auch im zweiten sah es bis zum 3:8 nicht wirklich besser aus. Dann plötzlich fand Frank ins Spiel, Gegner Jörg wurde immer unruhiger und so konnte Frank den Satz noch nach einem 8:1 Sprint mit 11:9 gewinnen. Das gab Frank zunehmend Selbstvertrauen und Jörg konnte den Satz nie aus seinem Gedächtnis streichen. Entsprechend souverän gingen dann die beiden weiteren Sätze an Frank. Alex kam gegen Sven auch erst etwas gemächlich aus den Startlöchern, zog dann aber deutlich davon und fuhr einen sicheren Erfolg für die WSG ein.

Damit sorgte das untere Paarkreuz für eine klare 6:3 Führung mit der dann Jan und Lorenz fast zeitgleich an den Start gingen. Nach meinem mäßigen Coaching-Erfolg bei Lorenz gegen Thomas wurde ich kurzerhand von Alex zu Jan delegiert, damit Alex sich um Lorenz kümmern konnte. Jan werde ich schon nicht runterwirtschaften können dachte sich Alex, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben (Dass Thomas eindeutig nicht zu Jans Lieblingsgegnern gehört, wußte Alex natürlich nicht…!) . Nach versautem ersten Satz (noch ohne meinen Einfluss) kam Jan besser ins Spiel ergriff öfter selber die Initiative und konnte die folgenden beiden Sätze für sich entscheiden. Coach-Konkurrent Alex schien Schützling Lorenz besser zu erreichen, da Lorenz Stefan vor allem in dritten Satz phasenweise mit begeisterndem Offensivspiel und taktischer Disziplin an die Wand spielte. Mit einer 2:1-Führung im Rücken und dem frischen Eindruck eines 11:1 im dritten Satz, sollte da nicht mehr viel schief gehen. Doch nun grub Trainer-Fuchs Alex seine ganze Routine aus und verordnete Lorenz in diesem laufintensiven Spiel eine Pause. Er ließ Stefan im vierten zunächst auf 1:7 davon ziehen, ehe er den Motor langsam wieder anwarf. Für den Satzgewinn reichte es nicht mehr, aber das schien weder Spieler noch Coach zu beunruhigen. Nebenan schien ein ähnlicher Plan verfolgt zu werden, denn Jan kam im vierten Satz überhaupt nicht zum Zug und mein Trainerstuhl begann erstnhaft zu wackeln, nachdem ich mich bereits in der Vorwoche mit einigen Aussagen („Alex, im Moment lebt er nur von deinem Tempo“) etwas unglaubwürdig gemacht hatte. Beide fünften Sätz liefen dann fast parallel, allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen. Während Lorenz stets eine Führung im Rücken hatte, hächelte Jan ständig einem Rückstand hinterher. Bei 10:6 für Lorenz und 5:8 für Jan drehten sich dann beide Spiele und Lorenz suchte Hilfe und Halt bei Coach Alex. Der verordnete offensichtlich die völlige moralische Demütigung, woran sich Lorenz auch entsprechend hielt. Bis auf 10:9 ließ er Stefan noch herankommen, ehe er das Spiel zum 7:3 für die WSG vollendete. Auch Thomas suchte nach nochmal Hilfe von der bank nachdem Jan nach 5:8 auf 7:8 herangekommen war. Coach und Spieler stimmten nochmal den nächsten Aufschlag ab und auf der WSG-Bank war man sich sicher, dass Jan damit den Ausgleich schaffen würde. Doch es folgte ein recht eindeutiger Fehlaufschlag von Jan und „Trainer raus“-Rufe wurden nur mit Rücksicht auf die Stille in der Halle unterbunden. Spielte der Spieler gegen den Trainer? Eine Pressekonferenz direkt im Anschluss an das Spiel wurde für alle Fälle schonmal einberufen. Jan rettete sich aber noch in die Verlängerung, wodurch der Coach noch eine Schonzeit erhielt. Am Ende dann konnte Jan das Spiel doch noch mit 15:13 für dich entscheiden und der Gesamtsieg für die WSG in greifbarer Nähe. Aber 8:3-Führungen hatten wir noch nie gut vertragen, ein 8:8 ließ fast schon grüßen. Nun war es an der Mitte diesem schlechten Ohmen entgegenzuwirken, was anfangs gleichmal überhaupt nicht gelang. Bei Nikl lief wenig bis gar nichts zusammen und er ließ sich schnell von Heiko entnerven. Auch bei mit klappte wenig, vor allem der erste Satz war lange ein Totalausfall (wirkte da noch die Fast-Entalssung vom Spiel zuvor nach?). Im zweiten wurde es zwar etwas besser und man erkannte einen Hauch von takischem Konzept, zum Sieg reichte es aber trotzdem nicht. An beiden Tischen also 0:2 und wenig Hoffnung auf Besserung. Bei Nikl war es dann mit 0:3 schnell beendet, ich wollte mich aber ganz so schnell doch nicht geschlagen geben. Mit zunehmender Spieldauer machte ich zwar immer noch einige, aber nicht mehr sooo viele einfache Fehler und immer mehr Kampfgeist braute sich zusammen. So ging auch der vierte Satz an mich und vor allem in der zweiten Hälfte des fünften Satzes zog ich dann ungewohnt souverän davon.

So konnte ich den Sack zum 9:3 und einer ziemlich überzeugenden Mannschaftsleistung zu machen, die wie bisher „jedes“ 9:3 in Elmshorn bei McDonalds zelebriert wurde.

Vorher stand jedoch noch für die Mannschaft die Dusche auf dem Programm, was einige doch vor erhebliche Probleme stellte. Da zugegebenermaßen nicht viele Duschen zur Auswahl waren, schnappte sich Nikl noch eine von zwei freien Duschen und wunderte sich warum seine nicht wärmer wurde. Die umstehenden hatten bereits das Schild mit der deutlichen Aufschrift „Kaltwasserdusche“ bemerkt, der betroffene verzweifelte jedoch weiterhin. Nachdem er sich dann doch für die andere Dusche entschied, stapfte Lorenz geradlinig als nächster unter die Kaltwasserdusche wurde jedoch durch das Gelächter der übrigen schnell auf das entsprechende Hinweisschild aufmerksam!!

Wenn man unsere letzten drei Einzelerfolge betrachtet, hätte es an diesem Abend scherlich nicht viel schlechter laufen können, aber trotzdem ist ein 9:3 beim direkten Tabellennachbarn ein überzeugendes Resultat. Es bliebt also unsere ungeschlagene Auswärtsbilanz bestehen und im unteren Paarkreuz steht weiterhin die „Null“.

1 Kommentare dieses Beitrags

  1. Jan Says:

    Vielleicht ist die „Degradierung“ auf Position 3 ja auch ausschlaggebend für die Betreuungsleistung… Und da stellt der Gülling noch die Frage, ob der Spieler gegen den Trainer spielt… Möglicherweise arbeitet er auf diesem Wege an der Rückkehr ins obere Paarkreuz – der Blickwinkel ist sicher viiiel realistischer!

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